Statistik:
online 1
gesamt 202085
heute 60
gestern 96

Aktuell


Donnerstag, 10.01.2008 - 14.27 Uhr Zurück zur Übersicht

Lügen einer Schwangeren erlaubt!

Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz darf eine Beschäftigte die Frage ihres Arbeitgebers, ob sie schwanger sei, wahrheitswidrig zu jedem Zeitpunkt verneinen. Die Frage sei unzulässig, sodass der Betroffenen aus der wahrheitswidrigen Beantwortung keine Nachteile entstehen dürften. Der Arbeitgeber könne daher das Arbeitsverhältnis nicht mit Erfolg wegen arglistiger Täuschung anfechten.

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage einer Frau statt. Diese war nach Angaben des Arbeitgebers als Vertretung für eine schwangere (!) Frau eingestellt worden. Beim Vorstellungsgespräch habe sie die Frage nach einer Schwangerschaft verneint, kurze Zeit nach Abschluss des Arbeitsvertrages dann allerdings berichtet, dass sie schwanger sei. Darin liege - so der Arbeitgeber - eine arglistige Täuschung, die eine Anfechtung des Arbeitsvertrages rechtfertige.

Das LAG folgte dem nicht. Die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft sei generell unzulässig, weil sie eine verbotene Geschlechtsdiskriminierung darstelle, meinten die Richter. Sie betonten ausdrücklich, auch für Kleinbetriebe könnten insoweit keine Ausnahmen gemacht werden. Zulässig sei die Frage allenfalls, wenn das angestrebte Arbeitsverhältnis für Schwangere nicht geeignet sei, der Arbeitgeber also befürchten müsse, dass Frau und Kind Schaden nehmen können.

Es ist also aus Arbeitgebersicht anzuraten, sich Bewerberinnen
beim Einstellungsgespräch genau anzuschauen.

Autor: J. Mähler

Zurück zur Übersicht

 
 
 Anwaltskanzlei Mähler
Brahmsstr. 2a, 50935 Köln
Telefon: 0221 71 90 37 70 Telefax: 0221 71 90 37 71
Druckversion